Leipzig wächst. Die Einwohnerzahlen steigen und die Nachfrage nach erschwinglichem Wohnraum wird immer größer. Eine Möglichkeit, dem Wohnraummangel entgegenzuwirken, ist die Revitalisierung von Brachflächen. Für die Stadt Leipzig lautet der Leitsatz: Innenentwicklung vor Außenentwicklung. Der Fokus wird dabei klar auf die innerstädtische Entwicklung gelegt. „Leipzig wird im Jahre 2030 möglicherweise 720.000 Einwohner haben, und das bedeutet: Wir brauchen tausende neue Wohnungen, Arbeitsplätze, Schulen und Kitas, aber auch neue Grün-, Spiel- und Erholungsflächen“ beschreibt Dorothee Dubrau, Bürgermeisterin für Stadtentwicklung und Bau, die Situation.

Unter dem Titel „Leipzig 416“ (der zu erarbeitende Bebauungsplan trägt die Nummer 416)  wird bereits seit Ende letzten Jahres an der Entwicklung eines neuen Stadtteils gearbeitet. In den nächsten Jahren soll auf dem Areal entlang der Delitzscher Straße/Eutritzscher Straße ein autoreduziertes Quartier entstehen. Ziel der Planung ist es, neben Wohnraum auch Platz für Gewerbe zu schaffen und großzügige Freiflächen landschaftsarchitektonisch zu gestalten.

In Folge der Verhandlungen haben die Stadt Leipzig und der Entwickler, die CG City Leipzig Nord GmbH & Co. KG, eine Planungs- und Entwicklungsvereinbarung verhandelt, die am 12.04.2017 vom Leipziger Stadtrat beschlossen wurde. Neben Planungszielen umfasst dieser Vertrag auch Abmachungen zu den Themen Bürgerbeteiligung und Kooperatives Baulandmodell. Im Rahmen der kooperativen Baulandentwicklung stimmt der Immobilienentwickler zu, alle anfallenden Planungs- und Verfahrenskosten, die Kosten der erforderlichen Ordnungsmaßnahmen, der Herstellung der äußeren und inneren Erschließung und der Herstellung der öffentlichen Grünflächen sowie die zusätzlich benötigten Kindertagesstätten- und Grundschulplätze inklusiver der Grundstückskosten tragen.  Zudem wurde vereinbart, dass der Vorhabenträger das für die Errichtung einer weiterführenden Schule notwendige Grundstück an die Stadt zum Verkehrswert zu veräußern wird. Weiterhin sollen 30 Prozent der Gesamtfläche des entstehenden Wohnraums für sozial geförderte und belegungsgebundene Wohnungen verwendet werden.

Eine besondere Stellung hat das Thema Bürgerbeteiligung. Mit zahlreichen Veranstaltungen für die Bürgerschaft soll eine städtebauliche Werkstatt  begleitet werden, bei der ab Juni 2017 fünf Teams aus Stadtplanung, Architektur und Landschaftsarchitektur zur gestalterischen Ausarbeitung des Geländes antreten. Bereits zur Vorbereitung der städtebaulichen Werkstatt ist ein „Bürgerforum“ geplant; hier werben weitere Beteiligungsmöglichkeiten vorgestellt. Stadt und Entwickler ist es wichtig, die Bürger und die Nachbarschaft bereits früh in den Prozess einzubinden, auch wenn dieses öffentliche Beteiligungsverfahren zum aktuellen Stand der Planung nicht gesetzlich vorgeschrieben und geregelt ist. Am 26. April findet ein erstes Bürgerforum zur Neugestaltung des Gebietes  statt.